Deutsche Landeskunde und Kultur für Deutschlernende: Die deutsche Sprache: Dialekte und Hochdeutsch

Wenn Sie Deutsch lernen, lernen Sie Hochdeutsch. Das ist die offizielle deutsche Sprache. Man hört sie in den Nachrichten, liest sie in Büchern und Zeitungen und benutzt sie in Schulen und Ämtern. Mit Hochdeutsch können Sie sich in ganz Deutschland, Österreich und in Teilen der Schweiz verständigen (to make oneself understood).

Ein Dialekt ist eine lokale oder regionale Sprachvariante. Man spricht ihn zu Hause, mit Freunden oder im Dorf.

Ein Dialekt hat oft eigene Wörter, eine eigene Grammatik und eine besondere Melodie oder Aussprache. Für viele Menschen ist ihr Dialekt ein wichtiger Teil ihrer Identität und ein Gefühl von Heimat (homeland, home).

Die Dialekte sind in Deutschland sehr unterschiedlich.

Im Norden, zum Beispiel in Hamburg, sagen die Leute „Moin“ zur Begrüßung. Ihre Aussprache ist oft sehr klar.

Im Süden, zum Beispiel in Bayern, hört man oft „Grüß Gott“ oder „Servus„. Die Melodie der Sprache ist dort ganz anders. Manche Dialekte wie Bairisch (in Bayern) oder Schwäbisch (in Baden-Württemberg) sind für Ungeübte sehr schwer zu verstehen.

Regionale Besonderheit (Regional Specificity)

Ein perfektes Beispiel für die Vielfalt sind die Wörter für ein kleines Brot. Im größten Teil Deutschlands bestellt man beim Bäcker ein „Brötchen“. Aber wenn Sie in Berlin sind, müssen Sie eine „Schrippe“ verlangen. In Bayern und Teilen von Österreich heißt es „Semmel“, und in Baden-Württemberg sagt man oft „Weckle“. Es ist das gleiche Produkt, aber mit vielen verschiedenen Namen!

Wusstest du schon? (Fun Fact)

Viele Leute glauben, dass man in Hannover das „beste“ und „reinste“ Hochdeutsch spricht. Das ist aber ein Mythos!

Der Name „Hochdeutsch“ kommt historisch nicht von „hoch“ im Sinne von „besser“, sondern von den geografisch „hohen“ Regionen in Mittel- und Süddeutschland, wo diese Sprachform ihren Ursprung hat. Die Sprache im „flachen“ Norden heißt „Plattdeutsch“ oder „Niederdeutsch“.