Zuerst das Wichtigste: Im Alltag tragen die Deutschen keine Lederhosen oder Dirndl. Die tägliche Kleidung ist international, so wie in den meisten westlichen Ländern – also Jeans, T-Shirts und Pullover. Die traditionelle Kleidung, die Tracht, wird nur zu ganz besonderen Anlässen getragen. Das können Volksfeste wie das Oktoberfest, Hochzeiten oder regionale Feste sein. Für viele Menschen ist die Tracht ein Ausdruck von Heimatverbundenheit.
Neben der Kleidung gibt es wichtige staatliche Symbole. Das wichtigste Symbol ist die Bundesflagge mit den Farben Schwarz-Rot-Gold. Diese Farben stehen für die demokratische Bewegung in Deutschland im 19. Jahrhundert. Ein weiteres Symbol ist der Bundesadler, den man auf Münzen oder offiziellen Dokumenten sieht. Und natürlich gibt es die Nationalhymne. Gesungen wird heute nur die dritte Strophe des „Liedes der Deutschen“, die mit den Worten „Einigkeit und Recht und Freiheit“ beginnt.
In der modernen Zeit sind neue Symbole dazugekommen. Eines der stärksten Symbole für die nationale Gemeinschaft ist das Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Wenn eine Welt- oder Europameisterschaft stattfindet, sieht man plötzlich überall Menschen, die stolz dieses Trikot tragen. Der Sport verbindet die Menschen auf eine sehr emotionale und positive Weise.
Regionale Besonderheit
Tracht ist nicht gleich Tracht! Die weltberühmte Lederhose und das Dirndl sind eigentlich die bayerische Tracht. In anderen Regionen Deutschlands sehen die traditionellen Kleidungsstücke völlig anders aus. Ein wunderschönes Beispiel ist der Bollenhut aus dem Schwarzwald. Das ist ein Strohhut mit großen, roten Wollkugeln. Interessanterweise wird dieser Hut traditionell nur von evangelischen Frauen und auch nur in drei kleinen Dörfern getragen! Das zeigt, wie lokal und spezifisch Trachten sein können.
Wusstest du schon?
Viele Deutsche haben ein eher zurückhaltendes Verhältnis zu nationalen Symbolen wie der Flagge. Man zeigt sie im Alltag nicht so oft wie die Menschen in anderen Ländern. Eine große Ausnahme sind die Fußball-Weltmeisterschaften! Dann explodiert das Land in Schwarz-Rot-Gold. Überall hängen Flaggen an Autos, Balkonen und die Fans malen sich die Farben ins Gesicht. Dieses Phänomen nennt man auch „Partypatriotismus“.
